Jakob Probst, 1923, Wehrmannsdenkmal für die Grippe- und Unfalltoten aus der Baseler Landschaft (Grippe-Epidemie 1918) in Liestal am Regierungsgebäude (Südseite) - Skandal: Ablehnung durch die Bevölkerung

    

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©  Rolf Wirz 2011  -  rowicus.ch

 

Man hätte das Werk auch anders nenne können, etwa: Kniend gebeugt unter dem höheren Schicksal mit aufrecht gehaltenem Rücken und Kopf, Trost findend im ins Bewusstsein steigenden Wort aus dem Buch. Doch so lang geartete Sätze brauchen einen großen Geist um sie zu fassen. Dies wäre eine zu starke Forderung gewesen.

1934 musste das Denkmal überarbeitet werden. Auf das Buch auf den Oberschenkeln des jungen Schweizers ist dabei ein volksgefälliger Stahlhelm betoniert worden. Damit war die Symbolik des Werks zerstört.

Aus dem Jahre 1955 existiert dann ein Bericht des Regierunsrates des Kantons Baselland (vom 25. Februar 1955) und der Staatswirtschaftskommission (vom 12. März 1955) betreffend Erweiterung des
Wehrmannsdenkmals in Liestal und der Einweihungsfeier zur Erweiterung des Wehrmannsdenkmals, ausgearbeitet von Architekt Max Tüller in Liestal in Verbindung mit Bildhauer Jakob Probst. Gestützt auf diesen Plan hat die Firma
E.&.P. Holinger in Liestal eine Offerte eingereicht. Der Kredit wurde bewilligt. Angefügt wurde darauf die große, breite, untere, mit Namen beschriftete Wand hinter dem Brunnen (siehe z.B. Bild 42).

Das Buch (Link zur ehemaligen Ansicht).

 

      Zum Skandal:
"Ein Beispiel der kolossalen Volksunfähigkeit mit Bildern umzugehen, wenn die Bildung fehlt."  -  Immer noch vernimmt man es, das Gezänke: Wozu den auch Bildung, wo man Ausbildung als genügend erachtet?
    

Eine Interpretation: Die rechteckige, quadratförmige Platte hinten mit den Namen der Verstorbenen symbolisiert das Irdische. Die dreieckige Turm, auf dem der junge Schweizer kniet, steht in der Symbolik für das Göttliche. Dieser Mensch hatte in der Originalversion das offene Buch des Schicksals, das Buch der Unvergesslichkeit des Göttlichen, aufgeschlagen auf den Knien. Seine Handhaltung und seine Größe setzen ihn jedoch ins Maß des Irdischen, des Quadratförmigen, denn die Oberkante des auf den Kopf gesetzten Arms zeigt die Parallele zur Namen tragenden Steinplatte hinter ihm. Dasselbe tun seine auf der Unterlage aufliegenden Beine. Gleiches gilt für den Eindruck von der Figur aus der Sicht von vorn. Von der Seite gesehen hingegen zeigt die Figur schon das Dreieckige. Unten plätschert das Wasser aus der dreieckigen Säule, dem Göttlichen, in den Kreis, ins Symbol des Kosmus, der Vollkommenheit, der Unendlichkeit, der Ewigkeit, deren Zeugen die bärtigen Wesen sind. Uralte, seit der Vorantike immer wieder verwendete sakrale Geometrie findet hier ihren Ausdruck. Sie stellt ihr Gerüst zur Verfügung, in dem sich das Werk aufspannt. Solche Geometrie bleibt dem uneingeweihten, naiven Betrachter allerdings verschlossen. Also nur wer sich entsprechend bildet, kann ein solches Werk lesen. Heute könnten dies alle, doch nur wenige tun es. - Nun aber  bleibt das Buch des Unvergessenen nach Weisung der verständnislosen, blinden Macht von einem Stahlhelm verdeckt: Vom Symbol des diesseitigen militärischen Schutzes, aber auch der Tötungsmaschinerie, des Zerstörens, eines Gegenteils, eines Widersachers der Unvergesslichkeit! Da wird es verständlich, dass Jakob Probst anlässlich solcher Symbolschändung mit den begleitenden Auseinandersetzungen dieser Region den Rücken gekehrt hat - und nach Peney westlich von Genf umzog. Denn solcherlei der Anmaßung entsprungene Anordnungen sind wirklich zu bunt für einen klaren Geist. Es gleicht z.B. der Situation eines christlichen Malers, der einen Auftrag erhält, einen Szene aus dem Leben des Christus darzustellen und dann von einer mit Dummheit beschlagenen und mit Macht ausgerüsteten Klicke gezwungen wird, mitten hinein ins Geschehen an die Stelle des Christus das Bild des Teufels zu setzen, worauf er für dieses Werk noch seinen Namen als Schöpfer opfern muss. Da hat die Arroganz den Platz der Vernunft eingenommen. So wird es nicht verwundern, dass es Probsts letzter Wille war, dass man seine Asche in diesem Denkmal einmauert! So ist es auch leiblich sein Grabmal geworden!

 

 

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Über dem Wasser taucht ein Stier auf!

Er trägt die Brunnenfigur als wäre sie Europa.

Ein Symbol der tragenden Kraft?

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Mit einer Taube zwischen den Hörnern?

Als Symbol des entwichenen Geistes dieser Dahingerafften? - Oder sonst:

Wessen Geist über dem Wasser schwebend?

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Illustration zur Vergangenheit

Modell

Zeichnung von Walter Eglin

Illustration zur Vergangenheit

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(Collage aus alten Fotos)

Quelle: BHbl 76 - 80, M. Tüller, Das Wehrmannsdenkmal in Liestal, kleiner Ausschnitt aus Seite 223, obere Hand fehlt Quelle: BHbl August 1944, St. Jakob 1944 und heute, kleiner Ausschnitt aus Seite 363, vermutlich mit Naturpflanzen Quelle: Undatierte aufgeklebte Ausschnitte aus den 20-er Jahren aus Familienbesitz, sehr ähnlich zu Material im Staatsarchiv BL

    

 

Fotos mit Canon PowerShot A2100 IS - Blende/ Brennweite automatisch.

Gelinkte Bilder in Länge und Breite je auf 35 % reduziert, aufgehellt bei Bedarf, erstellt am 26.12.2011. Letzte Änderung dieser Seite am: 16.09.2013 .

  

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